Band

Wir schreiben das 6. Jahr nach Torstens Ankunft im heiligen Rockland der analogen Tastenhauer, Fellschläger und Saitenzieher.
Wir haben lange vorgetäuscht nachzudenken. Was sollte denn jetzt hier noch kommen? Von allen Heldentaten ist doch schon so oft mit viel Ehre und Würde berichtet worden.Von jenen blutigen Bühnenschlachten, die Waterloo, Napoleon und Sir Wellington wie eine Attraktion im Phantasialand anmuten ließen. Und dennoch, liebe Freunde der verkorksten Unterhaltung, eines wurde hier niemals und in keinster Weise detailliert thematisiert. Kenner und eifrige Leser unserer Seite, wir nennen sie auch gerne Edelfans, wissen gleich, wovon die Rede ist. Genau: Vom intimen Gefühlsleben unserer kleinen Dorf-Helden. Und daher werden wir die mitunter durchtriebenen, sensiblen, weichen, harten, leidenschaftlichen, bizarren, erregenden und atmosphärischen Charaktere der kleinen Gefühlshelden hier einmal gründlich unter die Lupe nehmen. Viel Freud und Leid beim Lesen……. möge Euch Erwarten. Also…….

Martin Kopp: MD, Tasten (s/w), Guit. und Vocals

martin“Martin ist bei den Jukebox Heroes für die Keyboards zuständig. Sein tolles Ohr für Harmonien und sein unbändiger Drang immer die originalen Sounds zu treffen, suchen seines Gleichen. Seine schnellen Finger zaubern Soli auf die Tasten, die dem Original in Nichts nachstehen!”

So oder ziemlich so, sieht bei allen Coverbands die Vorstellung der Bandmitglieder aus. Ich könnte in die Ecke kollabieren. Unfassbar. Das sagt doch nichts über den wahren Geist des Musikers, oder der Seele in ihm, seinen Gedanken und seinen Gefühlen im unnachahmlichen Kosmos exorzistischer Bühnenextase aus. Nun, wir wollen uns von solch absurden Oberflächlichkeiten hier gerne distanzieren und die Reise zum Mittelpunkt der eigentümlichen Musiker-Seele endlich beginnen lassen. Bei Martin finden wir auch gleich einen außerordentlich ergiebigen Brunnen in Puncto seelischer Glückseligkeit. Jede, wirklich jede Probe unterbricht Martin für 5 Minuten, um uns eins seiner selbst entwickelten Menuette vorzutanzen. Er tanzt dann so leidenschaftlich und ausdrucksstark verschiedene Märchenfiguren nach, dass ihm die Anstrengung und Selbstoffenbarung die Tränen in die Augen treibt. Wir können den psychischen, aber auch körperlichen Schmerz meist nicht lange aushalten, fallen einander in die Arme und weinen mit. Ein herrlich bizarrer Zustand zwischen Schmerz und Obsession. Auf der Bühne hat Martin uns bisher leider noch nicht mit derlei Aufführung überrascht, aber wir spüren, dass die Zeit kommen wird. So sei es.


img11319f11Andrea Mallmann: Vocalistin lalala

Andrea Mallmann ist,

anders als fast alle anderen Helden,

von Geburt an Frau.

Ich denke mehr kann,

muss

und darf

man über Gefühle nicht sagen!!!

Sie möge es uns verzeihen….

Knutscher

Torsten Esser: Vocalist, Raucher, Worcaholic

img_1001“Torsten ist nicht aggressiv,
wills aber oft sein,
Torsten ist eher lieblich
jetzt ist es ein Reim.”

Der neben Tisie wohl sensibelste Held im Jukebox-Jungle kann mit seinem Trommler (eben Tisie) nur durch ein so genanntes Dialog-Diafragma kommunizieren. Zu zerbrechlich sind beide Seelen. Torsten ist ein stiller Beobachter, der bekannt dafür ist, seinen Zigaretten die Namen von Hollywood-Schauspielerinnen (Vielen Dank hier an die “BUNTE”) zu geben. “Na, haste wieda mit Halle Berry rumgeknutscht?” Torsten´s Seelenleben gibt er nicht oft Preis. Man muss schon sehr genau zwischen den Zeilen lesen, um zu erfahren, was Torsten gerade berührt. Vor wenigen Monaten hat er ganz unterschwellig eine Bemerkung fallen lassen, die uns zuerst nicht weiter geschockt hat. Doch nach längerer Simulation einer Denkphase hat uns die Tragweite dieses Statements erst wirklich erreicht: “Ihr Lieben, wenn Dummheit am Hintern Jucken würde, dann würde ich Euch keine Hand mehr geben!” Wir dachten zuerst, dass er vielleicht für immer aufhören wollte mit Singen, doch zwischen den Zeilen erlasen wir, dass es bereits 23 Uhr waren und die Probe eigentlich schon lange zu Ende. Also packte Torsten ein und verließ STILL die JBH-Kommando-Zentrale. Das ist seine Art mit der Müdigkeit zu kämpfen. Eine raue, oft eisige Hülle, doch mit einem Kern versehen, der Plutonium wie Zuckerwatte erblassen lässt. Wir wissen, was wir an ihm haben und geben ihn nie nie nie nie nie mehr her. Auch wenn er uns nicht kratzen will. Irjendwat is ja immer…..

Marc Schmitz: Tausendbassa und Vocalist

img_2550Marc ist kurz vor Weihnachten 2009 zu Professurs-Ehren gekommen. Seine Facharbeit zum Thema “Warum hören peruanische Bergziegen keinen Unterschied zwischen Dur und Moll?!?” brachte ihm einen vorderen Platz im Prof.-Ranking seines Heimat-Instituts, der Franz-Gessen-Universität in Weisweiler, ein. Er ist darüberhinaus seit Januar 2010 als Professor am niederländischen Klompjes-College in Amsterdam angestellt und unterrichtet dort in angewandter Kern-Dur/Moll-Lehre. Nur zum Verständnis: Das hat natürlich nichts mit seinem Seelen-Leben zu tun, muss hier aber auf jeden Fall deutlichst hervorgehoben werden. Er verdient nämlich jetzt mehr als die anderen Helden. Auch mehr Geld. Zu seinem Gefühlsleben wollen wir am liebsten Andrea zu Wort kommen lassen. Andrea sagt, dass Marc ihr von allen Helden der Liebste ist, weil ihr niemand von uns so zärtlich an den Hintern fasst wie er. Hallo? Der ist ja auch Professor. Die Bergziegen waren auch begeistert. Schweinkram….. oder besser Ziegenkram. Wem´s gefällt.

Hans-Jürgen Jach: Guit., Kolumnist, Anti-Vocalist, GHI

img_29532Zwischen “Himmel und Hölle”, nach dem gleichnamigen Film von Oliver Stone, beschreibt am besten das stetig weiter ausartende Gefühlsleben des Herrn Ghi. Einmal boykottiert er mitten im Song eine Hochzeitsfeier, weil er sich von der Liebe im Raum gedemütigt und vergewaltigt fühlt und im nächsten Lied verführt er selbst den Bräutigam und macht ihn am schönsten Tag seines Lebens zum Ehebrecher. Natürlich vor den Augen seiner Frau. Ein Rockstar braucht das Publikum. Ghi ist der wahre “Kopf-schüttel-held”, gespannt vor den Wagen des “seelischen” Terrors. Niemand ist böser von schizophrenen Persönlichkeitsspaltungen gezeichnet als dieser Gitarren-Che Guevara. Erst letzte Woche brach er sich den Arm beim Nachtanzen von Martin´s Menuett. Er sackte weinend neben dem Abfall zusammen. Nur, um danach wie der verbrannte Vogel aus seiner Asche empor zu kommen und alle Anwesenden wild zu Küssen. Professor M. meinte dazu nüchtern: “Der gibt mehr Zunge als mein Metzger!” Schon die Geschichte bewies, dass große Männer teils abstrakte Persönlichkeiten in sich bergen. Ghi ist sicher einer von Ihnen und wir freuen uns Woche für Woche auf die Proben mit ihm und seiner heißen Leidenschaft……rrrrrrrrrrrrrrrr.

Guido Tiesarzik: Trommler, Bla, Tisie

tisie-2Der Trommelheld ist, wie oben schon aufgeführt, neben Torsten der sensibelste aber leider auch zickigste Held. Die Ähnlichkeit mit Mariah Carey ist erschreckend. Nicht nur, dass er ständig auf Rosenblättern hofiert werden muss, nein, auch sein üppiges Dekollete sticht presswurstartig aus seinen viel zu engen Kleidchen hervor. Da hilft auch kein gutmütiges und einfühlsames “Auf Ihn Einreden”. Er findet sich total heldisch darin. Aber, auch er hat natürlich eine sinnliche, sogar gefühlsbetonte Seite. Tisie besucht jeden Freitag das Tierheim in Eschweiler Ost und singt für die 6 kanadischen Biber-Babys, die ein Eskimo dort vor 2 Monaten abgegeben hat. Das ist wahrlich ein Bild voller Glückseligkeit und Harmonie, wenn Tisie die putzigen Tierchen an seine Möpse drückt und “Fuchs Du hast die Ganz gestohlen” in Dur und in Moll (Danke Marc) darbietet. Die Tiere danken es ihm Woche für Woche mit einer einstudierten Akrobatiknummer im Biberteich. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an die Tierheim-Leitung, Frau Dr. Wolkenstein, die das Resozialisierung-Projekt “Tiere helfen Alkoholikern” erst ermöglichte.

Spendenkonto: 7713035 bei der Sparkasse Ost

Und nun die wahre Geschichte über unsere Techniker!!!

Die Zeiten, als wir als Peruaner verkleidet, in den Fußgängerzonen diverser Kleinod-Metropolen herumlungerten und uns mit ständig wechselnden Adaptionen von Guantanamera ein paar DM (ja liebe „Kewins“, das war Muttis Währung) verdienten, sind lange vorbei.

Auch wir mussten uns den Gegebenheiten des Straßenbusiness unterwerfen und technisch groß aufrüsten. Riesengroße Lautsprecher und Lampen, die sich in alle Richtungen drehen können, ließen unsere Kinnladen nach unten schnellen und gleichzeitig die Köpfe schütteln. Stellt Euch unsere Guantanamera singende kleine Peruaner Combo vor, wie sich das wildeste Licht über uns und zwischen uns und durch uns bewegt und sich Nebelschwaden über unsere selbstgestrickten Eingeborenendecken legen und überhaupt. Schaurig, das ist das richtige Wort dafür. Schaurig.

Jedenfalls haben wir beschlossen, dass wir unsere Geschicke nach dem Vorbild unserer Väter selber in die Hand nehmen müssen, da sonst unsere ursprüngliche Art Musik zu interpretieren sicher verloren gehen würde. Außenstehende kamen für diese Mission Impossible natürlich nicht in Frage. So dezimierten wir die Band von 8 auf 6 Panflötenspieler und Eduardo und Javed durften sich prügeln, wer ab jetzt für das Licht und wer für den Ton zuständig sein durfte.
Da Javed in keinem Fall sein Peruaner-Outfit an den Nagel hängen wollte, entschied er sich für den Lichttechniker Job, da hier keine Seriösität, kein Ehrgeiz und auf gar keinen Fall ein sicheres Auftreten gefragt sind. Der Lichttechniker an sich ist ein unfreundlicher, fauler, hagerer, immer schwarz gekleideter und mit dummen Sprüchen um sich werfender Geselle. Das war genau Javeds Ding und so hatte er den Job.
Praktisch war auch, dass Javed seinen Namen behalten konnte. Alle Lichttechniker heißen Javed.

Nicht so viel Glück hatte da Eduardo. Ein Tonmeister zeichnet sich neben guten Ohren und technischem Geschick durch sein akkurates Äußeres und den uneingeschränkt souveränen Umgang mit jeder Stress-Situation aus.

Eduardo ist also in den nächsten Kostümverleih gestiefelt, hat sich ein
„alter, ergrauter Mann“-Kostüm geborgt und entspricht somit, zumindest rein äußerlich, einem Tonmeister, wie er landauf und landab bei allen öffentlich rechtlichen Rundfunkstationen anzutreffen ist. Nur heißen diese Tonkutscher meist dann auch Herman Josef Jansen, Dr. Horst Schmidt, Herbert Hofmeister oder Fabian Kück. Letzterer gilt bei seinem Namen aber schon als Besserwisser, Querulant und Quertreiber.

Wir sind also auf Nummer sicher gegangen und nennen Eduardo einfach Willi. Es gibt auch keinen Nachnamen, er heißt einfach nur Willi. Vergleichbar mit einem Künstlernamen oder einer Marke. Ist zwar weit entfernt von spießigen, öffentlich rechtlichen Klischees, aber wir können unsere verkleidete peruanische Herkunft eben auch nicht immer verbergen.

Vielen Dank Compañeros, dass Ihr dieses Opfer für die Familia jeden Abend bringt. Wir lieben Euch.

Eure Jukboxos Herros

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